Düsseldorf,
20. Juni 2003
Die dritte Lesung des Gesetzes zur Kürzung der
Beamtengehälter in NRW wird heute mit einer Mahnwache der Steuer-Gewerkschaft
vor dem Landtag begleitet. Steuerbeamte sind nach wie vor stinksauer über die
von Rot-Grün beabsichtigte Kürzung des Weihnachtsgeldes und Streichung des
Urlaubsgeldes. Die Beschäftigten in den Finanzämtern sind nicht bereit, für die
total verfehlte Personalpolitik den Kopf hinzuhalten und weitere Sonderopfer
hinzunehmen.
Die Wut in den Finanzämtern ist besonders ausgeprägt, weil die Mitarbeiter dort täglich erleben, dass die gesetzlichen Steuerquellen nicht ausgeschöpft werden. Der Personalabbau führt in NRW zu Steuerausfällen in Milliardenhöhe. In der Betriebsprüfung sind 250 Prüfer weniger im Einsatz als noch vor drei Jahren. Allein dadurch werden im laufenden Kalenderjahr 250 Millionen Euro an Steuern nicht festgesetzt. Es fehlen insgesamt aber über 1000 Betriebsprüfer. So können Großbetriebe im Durchschnitt nur noch alle 6,1 Jahre geprüft werden. Im Jahr 2000 lag der Durchschnitt noch bei 4,9 Jahren.
Auch bei der Erhebung macht sich der Personalabbau in den Finanzämtern bemerkbar. Weil die Finanzämter nicht rechtzeitig oder gar nicht zum Steuerschuldner kommen, können festgesetzte Steuern nicht reingeholt werden. Im Jahr 2002 wurden fast 1,3 Milliarden Euro an Rückständen in NRW nicht weiter verfolgt.
„Das Geld liegt auf der Straße“, so der Landesvorsitzende der DSTG, Werner Siggelkow, heute in Düsseldorf. „Stoppt den Personalabbau in den Finanzämtern damit die öffentlichen Kassen im Land und bei den Kommunen endlich über die Einnahmen saniert werden“, so Siggelkow weiter.
Um den Landtag dazu wachzurütteln werden 24.000,-- Euro an Geldscheinen heute vor dem Landtag von Steuerbeamten auf die Straße geworfen.
Verantwortlich: Meinolf
Guntermann
Stellv.
Vorsitzender
und
Pressesprecher