
Ist die Tanzlehrerfortbildung eine Aufgabe des neu geschaffenen Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW? Mit Sicherheit wohl nicht. Doch was sind die Aufgaben?
Darüber und über den Stand des Aufbaus des BLB sprach die Fachgruppe Bauverwaltung mit dem Staatssekretär des Finanzministerium, Herrn Dr. Noack, in Begleitung der Referentin des FM, Frau Potthoff-Kowohl, und dem Geschäftsführer des BLB, Herrn Tiggemann.
In einer sehr offen geführten Diskussion, die wohl nach dem Flugblatt „Unsere Tanzlehrer“ nicht unbedingt zu erwarten war, wurden die Entscheidungen des FM und der Geschäftsführung dargestellt.
Sicher sei es bedauerlich, dass noch kein abschliessendes Leitbild für den BLB veröffentlicht werden kann. Die Geschäftsführung steht in der Diskussion mit den Niederlassungleitungen und den Beschäftigten. Herr Dr. Noack kann sich den Veränderungsprozess von einer hoheitlichen Verwaltung hin zu einem Betrieb ohne Mitnahme des Personals nicht vorstellen. Sicherlich sei auch die laufende Einführung von SAP R/3 mit der dort abzubildenden Ablauforganisation ein Grund dafür keine vorschnellen Entscheidungen zu treffen.
Er sieht den BLB auch weiter als die „Bauherrenverwaltung für das Land NRW“. Das staatliche Bauen mit den besonderen Aufgaben zur perspektivischen Gestaltung soll dem BLB als ein Geschäftsfeld übertragen bleiben.
Die Eröffnungsbilanz des BLB ist veröffentlicht worden. Damit ist die finanzielle Startposition des BLB festgeschrieben. Nachbesserungen und Berichtigungen zur Eröffnungsbilanz sollen im Jahresabschluss/Jahresbilanz für 2001 berücksichtigt werden.
Hingewiesen wurde auf die Tatsache, dass in der Eröffnungsbilanz die Sachwerte dargestellt sind. Diese müssen nicht deckungsgleich mit den Verkehrswerten sein. Diese unterschiedlichen Bewertungsmöglichkeiten sind gerade in der Immobilienwirtschaft getrennt zu betrachten.
Wesentlicher weiterer Meilenstein beim Aufbau des BLB ist die Einführung von SAP-Software. Das selbst gesetzte Ziel zur Einführung des Moduls für die Finanzbuchhaltung wurde am 01.Juli 2002 erreicht. „Damit sind wir weltweit die schnellsten bei der Einführung dieses Moduls gewesen.“, so die Anmerkung von Herrn Tiggemann. Erfreut sei man auch über die positive Rückmeldung zur Programmanwendung.
Mit der Nutzung von SAP R/3 für die Finanzbuchhaltung konnte das nur für 18 Monate eingeführte Programm Mach M1 abgeschaltet werden. Herr Dr. Noack sagte zu, wenn sich herausstellt dass das Programm auf Grund falscher Beratung beschafft wurde, werden diese Berater zur Rechenschaft gezogen.
Die Erstellung von Standortkonzepten sei die nächste Aufgabe des BLB. Dabei ständen den möglichen Entwicklungspotentialen häufig jedoch das Baurecht der Kommunen entgegen.
Es ist richtig, dass die Personalkosten für die Niederlassungen in den nächsten Jahren nicht aufgestockt werden sollen. Sie sind für die Niederlassungen auf den Stand vom 01.Januar 2001 festgeschrieben Trotzdem soll es Entwicklungspotentiale für die Beschäftigten geben. Wie soll das möglich sein? Die allgemeinen Tariferhöhungen, anstehende Beförderungen, Höhergruppierungen auf Grund von Bewährungszeiten und eine geringere Anzahl ausscheidender Beschäftigte stehen dem entgegen. Wir fordern eine Anpassung des Personalkostenbudgets an eine für die Aufgaben im BLB angemessene Vergütung.
Über die künftige Organisation des Gebäudemanagements soll baldmöglichst entschieden werden bei einer Abstimmung zwischen Herrn Dr. Noack und der Geschäftsführung. Herr Dr. Noack betonte, dass das Modell sorgsam entwickelt wird, damit es auch funktioniert (Gründlichkeit vor Schnelligkeit). Gleichwohl gilt für den BLB und damit auch für das Gebäudemanagement: Der Betrieb ist immer wieder an die Entwicklung der Zeit anzupassen.
Die jetzt im Bereich der „Hausverwaltung“ tätigen Beschäftigten der einzelnen Ressorts werden auf der Grundlage des Haushaltsplanes 2002 ermittelt. Nach dem BLB-Gesetz soll das Gebäudemanagement bis Ende 2003 eingerichtet sein.
Fortbildung
Herr Dr. Noack betonte, dass die Fortbildung der Beschäftigten, insbesondere in einem Veränderungsprozess, grosse Bedeutung habe. Schliesslich habe er grossen Respekt vor der recht unproblematischen Überleitung der 28 Bauämter in 12 Niederlassungen des BLB. Dieses zeuge von einer grossen Bereitschaft des Personals, diesen Prozess mitzutragen und auch neue Arbeitsaufgaben zu übernehmen. Es geht jedoch nicht ohne die erforderliche Fortbildung.
Richtig sei allerdings, dass derzeit alle Bildungseinrichtungen des Landes auf dem Prüfstand stehen, ob eine effizientere Fortbildung möglich ist. Diese sei auch der Grund dafür, dass die FBE –Lichthof- künftig vom operativen Geschäft und den Fortbildungsinhalten getrennt werden soll. Damit hoffe man auf eine bessere Nutzung freier Kapazitäten.
Mit der Einführung des SAP-Moduls „HR“ wird die Möglichkeit zur Nutzung einer Fortbildungsdatei gegeben sein. Herr Tiggemann wies darauf hin, dass eine enge Abstimmung zwischen einer Fortbildungsdatei und einem Personal-Entwicklungs-Konzept (PEK) vorgesehen ist und zu vereinbaren sei.
Wir sind gespannt auf das künftige Fortbildungsangebot. Wie wird der Elefant BLB zum Tanzen kommen? Werden die Beschäftigten im Tanzen geschult oder werden nur die „Tanzlehrer“ weiter durch die Vielzahl der Unternehmungen beraten?
Herzlichen Dank sagen wir nochmals den Beteiligten an dem informativen Gespräch.
Aufgestellt:
Werner Wiggers