Demo am 10.09.02 11. September 2002 Das Gedicht: Die Wissenschaft hat festgestellt, dass der Beamte Geld erhält. Die Staatskasse ist arg geschröpft, da wird's ihm wieder abgeknöpft.
Da Kürzungen viel Unmut wecken, muss man diese gut verstecken: Im Winter friert's, kam mir zu Ohren, das Weihnachtsgeld ist eingefroren. Die Beihilfe wird kurz und kurzer, geschieht ihm recht, dem Sesselfurzer. Die Versorgung wird gekappt, für's Parken fleißig Geld berappt. Einen Anspruch hat man nicht, s'ist ein Schlag in das Gesicht. Ist jemand schon sehr lange hier, zum Jubiläum gibt's nur Klopapier.
Doch sich darüber zu erhitzen, fällt scheinbar unter "Kinkerlitzchen" Der Staatsschmarotzer endlich blecht, für die Pension, so ist es recht. Zieht jemand um, hält man Hochzeit, wird großzügig vom Dienst befreit. Das Urlaubsgeld, es platzt aufs Konto, reicht für 'ne Reise nach Toronto. VL und Urlaubstag' ohn'hin, mehr als der Gesamtdurchschnitt sind. Einstiegsamt und Ballungsgeld, hab ich noch nicht aufgezählt. Man verzichtet ohne Klage gern auf manch' Gehaltszulage. Man merkt's am Pfennig und am Heller, die Altersstufen kommen schneller. Dafür die Leistungsprämie fehlt ‑ wer hat auch schon darauf gezählt? Wenn wir ein Jahr die NULL umrunden ‑ daran wird der Staat gesunden. Auch der Verzicht aufs Weihnachtsgeld wär etwas, was das Land erhält. Stopft ihn endlich in den Sarg, den Verheiratetenzuschlag. Nehmt es den Witwen und den Waisen, dann wird man Euch ewig preisen. Warum machen wir es nicht rechtlich: Pensionsprozentsatz neunundsechzig! Am besten bis siebenundsechzig dann, seht wie lang man schaffen kann. Ist der Haushalt nicht mehr top gibt's kurzerhand Beförderungsstop. Obwohl, heimlicher doch man ‑ dies über Stellen regeln kann. Das sei allen eine Lehre: verlängert die Stellenbesetzungssperre. 58er Regelung wollen wir nicht ‑ macht mit der Altersteilzeit Schicht. Bei soviel Privilegien macht eine Sache wirklich Sinn:
Wir fordern, denn das fehlte noch, die gute Vierzigstundenwoch. Doch die hat mutig abgewiesen Minister Steinbrück sei gepriesen. Der Staat hat die Beamten lieb. Ein Hoch auf s Alimentationsprinzip!
Mal jetzt im Ernst, ganz ohne Scherzen, uns liegt die Sache schwer am Herzen:
Der Staat hat uns etwas versprochen, welches nicht werden soll gebrochen. Für den Lebensunterhalt soll er sorgen, als Garantie, dass auch noch morgen der Standard gehalten werden kann, der entspricht dem Dienstesrang. Dies alles für die Lebenszeit, doch dazu scheint man nicht bereit. Denn schaut man auf den Nettolohn, so war er deutlich höher schon, und sinkt ständig, gerade wenn man die Inflation erkennt. Wir vermissen ähnlich wie in 'nein Vertrag 'ne Garantie. Und finden es ist sicher Zeit, zu tun was für die Sicherheit. Darum fordern wir festzuschreiben, was soll von der Besoldung bleiben. Erkennbar über’m Sozialhilfesatz, das ist leider für die Katz. Wir sind kein Sparschwein für das Land, wir dulden keine fremde Hand in unseren Taschen, die das nimmt, was für den Unterhalt bestimmt. Lobby haben wir leider keine, deswegen gibt es nur das eine:
Wir müssen selber zu Tate schreiten, und für jetzt und alle Zeiten retten, was noch übrig blieb, vom Alimentationsprinzip.
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