Während im Landtag die
Haushaltsberatungen liefen, haben mehrere tausend Beamten
gegen die Sparmaßnahmen im öffentlichen Dienst demonstriert.

Düsseldorf
(dto). Mehrere tausend Beamte haben am Dienstag während der
Haushaltsberatungen des Düsseldorfer Parlaments gegen
Sparmaßnahmen im öffentlichen Dienst protestiert. Die vom
Deutschen Beamtenbund (DBB) organisierte Demonstration vor dem
Landtag richtete sich gegen Stellenabbau, Arbeitsverdichtung
und Arbeitszeitverlängerung. "Es gibt diverse Gerüchte über
Spar-Maßnahmen", sagte der Landesvorsitzende des DBB, Ralf
Eisenhöfer bei der Kundgebung am Nachmittag. "Uns soll es ans
Leder gehen."
Die Polizei sprach von "maximal 4000"
Demonstrationsteilnehmern, die Organisatoren hatten 10.000
erwartet. Mit dabei waren Gewerkschaftsmitglieder aus den
Bereichen Schule, Polizei, Strafvollzug, Justiz und
Verwaltung. Auf Transparenten stand unter anderem zu lesen:
"Schluss mit Millionenraub!" und "Gutes Geld für gute Arbeit".
Die Strafvollzugsbediensteten bezeichneten die rot- grüne
Regierung gar als "Beamtenfeinde" und kündigten dem
Ministerpräsidenten und dem Justizminister unter dem Motto
"Strafvollzug verraten und betrogen" an: "Wir stehen nicht
mehr hinter Euch". Mit Triller-Pfeifen und Hörnern stimmten
auch Lokomotiv-Führer und Jäger in die lautstarken Proteste
ein.
Eisenhöfer warnte die Regierung davor, weiterhin eine
Verlängerung der Wochenarbeitszeit für Beamte von derzeit 38,5
auf 40 Stunden anzupeilen. Darüber hinaus stünden 10 000
Stellen auf der Abschuss- Liste. "Die Grenze der
Leistungsfähigkeit des Personals ist erreicht", betonte der
Gewerkschaftsfunktionär. Seit 1998 seien bundesweit bereits
260 000 Beschäftigte weniger in den Diensten von Ländern und
Kommunen. "Es ist falsch, dass der öffentliche Dienst den
Staat in den Ruin treibt. Richtig ist, dass der Staat seinen
öffentlichen Dienst ruiniert."
Seit 1999 habe der öffentliche Dienst in NRW durch Stellen-
und Einkommensabbau mit jährlich 430 Millionen Euro zur
Sanierung der Haushalte beigetragen. Nun seien für 2003
weitere 214 Millionen Euro im Landeshaushalt vorgesehen.
"Schluss mit den Sonder-Opfern für Beamte und ihre Familien.
Man kann nicht gut und fleißig arbeitenden Menschen in die
Taschen greifen, um Haushaltslöcher zu stopfen."
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DuesseldorfToday, Rheinische Post, dpa, ap, sid
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