Stellungnahme der DSTG NRW zum Haushalt 2002
09.
Dezember 2001
„Erfolgreich
Steuereinnahmen sichern und
erfolgreich sparen für die Zukunft unseres Landes“
I.
Ausgangslage
1.
Personelle Situation
Die
Steuerverwaltung hat bereits die Streichung von annähernd 2.000 Stellen
verkraften müssen. Stellenkürzungen
von ca. 2.500 Stellen werden der Steuerverwaltung noch aufgebürdet.
Der
Finanzminister hat kategorisch erklärt, dass die Steuerverwaltung diese
Stellenkürzungen ohne Rücksicht auf die katastrophalen Folgen hinnehmen
müsse.
Nach
der amtlichen Berechnung des Personalbedarfs für das Jahr 2001 fehlen in
den Finanzämtern des Landes NRW 1.309 Kräfte. Die
Differenz ergibt sich aus dem Soll von 26.617 zu dem Ist von 25.308
Mitarbeiter/innen.
2.
Arbeitslage
Ich
beziehe mich auf die Anlage 2 in dem Schreiben des Finanzministers vom
28.08.2001 an den Präsidenten des Landtages, mit dem die Mitglieder des
Haushalts- und Finanzausschusses über die aktuelle Lage der
Steuerverwaltung unterrichtet worden sind.
Ich
muss darauf hinweisen, dass die Aufzählung über die gesetzlichen
Arbeitsaufträge lückenhaft ist.
Es
fehlen die Hinweise auf zusätzliche Arbeitsbelastungen aufgrund der
Rentenreform und der Bekämpfung der Schwarzarbeit im Baugewerbe durch die
Änderung des § 48 Einkommenssteuergesetz (Ausstellung von
Freistellungsbescheinigungen).
II.
Forderungen der Deutschen Steuer-Gewerkschaft für den Haushalt
des Landes NRW im Jahre 2002
Die
DSTG schließt sich der Auffassung des Finanzministers voll an, wonach für
die Aufgabenerledigung hochqualifiziertes Personal notwendig ist.
Deshalb
fordert die DSTG:
-
Zum
Ausgleich der vorhersehbaren Altersabgänge die Einstellung von 340
Finanzanwärtern/innen
-
zur
Bewältigung der Arbeiten aufgrund der Rentenreform Einstellungen von
weiteren 80 Finanzanwärtern/innen.
(Diesen Personalaufwand bestreitet auch nicht der Finanzminister)
-
um
eine kontinuierliche Prüfung der Einkommensmillionäre, ohne Einschränkung
anderer Prüfungsaufgaben zu gewährleisten, die Einstellung von
weiteren zusätzlichen 20 Finanzanwärtern/innen
-
zur
Bekämpfung der Steuerhinterziehung im Bereich der Umsatzsteuer, die
Einstellung von weiteren zusätzlichen 50 Finanzanwärtern/innen
Insgesamt:
490 Finanzanwärter/innen
Der
personelle Aufwand für die Steuerverwaltung, um den gesetzgeberischen Maßnahmen
zur Bekämpfung der Schwarzarbeit im Baugewerbe zum Erfolg zu verhelfen,
kann noch nicht annähernd geschätzt werden.
III.
Politische Verantwortung
1.
Politische Schwerpunkte
Ausbildung
und Innere Sicherheit sind z.Z. die beherrschenden politischen
Schwerpunkte. Auch die DSTG hält diese Bereiche für wichtig. Nicht
zuletzt aufgrund der jetzigen Weltlage steht die Innere Sicherheit für
die DSTG an erster Stelle.
Deshalb
fordert die DSTG die Politiker des Landtages mit allem Nachdruck auf,
ihrer Verantwortung für eine leistungsfähige und starke Steuerverwaltung
gerecht zu werden.
Nur
eine funktionsfähige Steuerverwaltung sorgt für Geld, das benötigt
wird, um den Gefahren eines brutal menschenverachtenden Terrorismus im
Interesse aller Bürger/innen begegnen zu können.
Steuererhöhungen
dürfen erst dann vorgenommen werden, wenn die Steuereinnahmen, die von
einer funktionsfähigen Steuerverwaltung hereingeholt werden, nicht
ausreichen.
Das
ist bisher nicht der Fall.
2.
Funktionsfähigkeit der Steuerverwaltung
Die
Steuerverwaltung ist am Ende.
Die
DSTG muss die Beschäftigten davor schützen, dass ihre Gesundheit nicht
aufs Spiel gesetzt wird.
Die
DSTG sieht sich deshalb gezwungen, Maßnahmen der Verwaltung vorläufig
mitzutragen, die letzten Endes dazu führen, dass die Umsetzung der
Steuergesetzgebung faktisch außer Kraft gesetzt wird. Die Verwaltung hat
vor der Arbeitsbelastung kapituliert.
Durch
mangelhafte Beitreibung von Steuern und Ausweitung der Nichtbearbeitung
von Steuererklärungen sowie unzureichender Überprüfungen werden bereits
heute und zukünftig Steuergeschenke in Milliardenhöhe verteilt werden.
Für
diesen Zustand der Steuerverwaltung trägt die Politik die Verantwortung!
Die
Politik muss für die Steuerverwaltung neue Zeichen der Wertigkeit und
Bedeutung setzen!
IV.
Realisierung der personellen Forderungen der DSTG
Grundsätzlich
müssen die personellen Forderungen der DSTG durch zusätzliches Personal
erfüllt werden.
Die
Einstellung von mindestens 340 Finanzanwärtern/innen muss erfolgen.
Angesichts
der Haushaltslage könnten nach Auffassung der DSTG folgende Hilfsmittel
genutzt werden, um der weiteren personellen Forderung gerecht zu werden:
a)
Aussetzung des Vollzugs von kw-Vermerken
b)
Ausweitung der Aufstiegsmöglichkeiten von Angehörigen des
mittleren Dienstes
c)
Abbau von Arbeiten in der Kraftfahrzeugsteuer durch Verlagerung bei
der Kfz-Anmeldung auf die Gemeinden
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