Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen
z.H. Frau
Vorsitzende Löhrmann
Platz des Landtags
Sehr geehrte Frau Löhrmann,
die Landesregierung hat beschlossen, dass der im
Landeshaushalt ausgewiesene Betrag von 50. Millionen DM für Leistungsprämien
und andere motivationsfördernde Maßnahmen für dieses Jahr nicht ausgezahlt
wird. Für das Jahr 2002 soll dies ebenfalls gelten. Mir ist bekannt, dass sich
ihre Fraktion dafür eingesetzt hat, dass für das Jahr 2001 die Zahlungen
erfolgen sollten.
Ich wende mich deshalb an Sie mit der eindringlichen
Bitte, mit ihrer politischen Kraft alles daran zu setzen, dass dieser Beschluss
der Landesregierung rückgängig gemacht wird.
Sehr geehrte Frau Löhrmann, Sie werden sich
sicherlich vorstellen können wie diese Entscheidung der Landesregierung auf die
Motivation meiner Kolleginnen und Kollegen wirken wird.
Wir haben schlucken müssen, dass unsere Gehälter auf
unser gesamtes Berufsleben gesehen, um fünfstellige Beträge gekürzt werden,
obwohl keine Verminderung der Arbeitsbelastung eingetreten ist, sondern durch
eine ständig steigende Arbeitsverdichtung die Belastung immer intensiver und kräftezehrender
geworden ist.
Wir haben auch zähneknirschend hinnehmen müssen,
dass uns in den letzten beiden Jahren nur die Hälfte der bereits eingesparten
Beträge zurückgezahlt worden sind.
Wir nehmen aber nicht mehr hin, dass mit einem
Beschluss der Landesregierung wir in vollem Umfange mit unserem Geld zur
Finanzierung des Landeshaushaltes missbraucht werden.
Die politische Glaubwürdigkeit der Landesregierung
ist jetzt schon, die geringe Glaubwürdigkeit der Fraktionen im Landtag ist
ebenfalls völlig dahin, wenn es bei dieser unerträglichen Entscheidung der
Landesregierung bleiben sollte.
Für uns würde sich der Eindruck verfestigen, dass
die Politik von vornherein mit gezinkten Karten gespielt hatte.
Es drängt sich eindeutig der Verdacht auf, dass die
angebliche Honorierung von Leistungen der Mitarbeiter/innen nur als Tarnung
anzusehen ist, um so leichter an das sauer verdiente Geld der eigenen
Mitarbeiter/innen heranzukommen.
Wenn Sie es genau wie ich verhindern wollen, dass die
Kluft zwischen den Beschäftigten in der Steuerverwaltung und der Politik endgültig
unüberbrückbar wird, so bitte ich Sie, verhindern Sie mit aller Kraft die
Umsetzung des verhängnisvollen Beschlusses der Landesregierung.
Dieser Beschluss ist deshalb auch so verheerend, weil
damit nur ein kleiner Teil der Landesverwaltung mit ihren Mitarbeiter/innen
betroffen wird.
Der personalintensive Bereich der gesamten Ausbildung
ist draußen vor, weil das Geld bereits in den vergangenen Jahren durch zusätzliche
Stellen „verbraten“ worden ist.
Deshalb fordere ich gleiches Recht für alle und bitte
eindringlich um ihre politische Unterstützung.
In der Hoffnung auf eine erfolgreiche Unterstützung
verbleibe ich mit freundlichen Grüßen
Werner Siggelkow
Vorsitzender