Auszug aus der
Rede des Finanzminister anläßlich der Vorstehertagung am 25. Mai 2001 ...
Die
Landesregierung wird an ihrer politischen Entscheidung, die kwVermerke
auch in der Steuerverwaltung zu vollziehen, grundsätzlich festhalten.
Die Ergebnisse der vergangenen Organisationsuntersuchungen stehen
dabei nicht mehr im Vordergrund, weil zum Teil überholt. Im Vordergrund
steht vielmehr die schlichte politische Notwendigkeit, die Personalkosten
des Landes in Grenzen zu halten. Ich bekenne mich ausdrücklich zu der
politischen Verantwortung für diese Entscheidung. Unbestreitbar
entstehen durch den kw-Vollzug Schwierigkeiten in den Ämtern. Bezirke müssen
geschlossen werden mit der Folge einer spürbaren Arbeitsverdichtung für
die Bearbeiter. Die Sollstärke der Betriebsprüfung kann nicht mehr
gehalten werden. Das
kann auf Dauer nicht hingenommen werden. Deshalb werden wir die Einstellungen
im gehobenen Dienst in den nächsten Jahren wieder höher fahren.
Wir müssen für 2005, wenn kw-Vermerke im gehobenen Dienst erbracht
sind, personell gewappnet sein. Für 2002 kann von 340 Finanzanwärtern
und 120 Zulassungen zum Aufstieg in den gehobenen Dienst ausgegangen
werden. Ich
will nicht ausschließen, dass wir noch über diese Einstellungszahlen
hinaus gehen. Gründe dafür können z.B. sein: •
Dass längerfristig die Sollstärke der Betriebsprüfung nicht
gehalten werden könnte - ein beunruhigender Gedanke. •
Dass wir etwa das Problem der betrügerischen Umsatzsteuerkarussellgeschäfte
nicht nur aus Mangel an gesetzlichem und EDVmäßigem Handwerkszeug,
sondern auch aus Personalmangel nicht in den Griff bekommen - ein ebenso
beunruhigender Gedanke. Ich
erwarte auf diesem Sektor gemeinsame, auch personalrelevante
Initiativen der Bundesländer. Auch
der Sparkommission der
Landesregierung und der Regierungsfraktionen ist klar, dass bei allen
Sparüberiegungen zur Konsolidierung des Haushalts die Einnahmeseite
nicht aus den Augen verloren werden darf. Ich
versichere Ihnen als Führungskräfte unserer Verwaltung und den
Personalvertretungen, die mich in den letzten Tagen noch darauf angesprochen
haben, dass ich den Zusammenhang
von höherem Personaleinsatz und Mehreinnahmen nicht verkenne. Bitte
haben Sie aber dafür Verständnis, dass gerade das Handling des
Personalhaushalts für mich als Finanzminister eine Gnatwanderung ist. Ich
unterstütze einen verstärkten Aufstieg vom mittleren in den gehobenen
Dienst. Es wird allerdings keine
Überleitung des mittleren Dienstes der Steuerverwaltung wie bei der
Polizei geben. Eine allgemeine Ausdehnung auf alle Landesbereiche wäre
nicht finanzierbar. Ich befürworte einen erweiterten Einsatz des mittleren Dienstes in Bereichen, die bisher dem gehobenen Dienst vorbehalten waren. Das bedeutet: mehr Flexibilität im Personaleinsatz und ein Stück Entlastung bei der zuvor angesprochenen personellen Enge im BP-Bereich Zusätzliche kw-Vermerke in der Steuerverwaltung wird es mit mir nicht geben. Die
zusätzlichen Stellen für Lehrer werden nicht zu Lasten des Personals der
Steuerverwaltung gehen. Die
Finanzverwaltung sollte für die nächste Zeit von größeren
Umorganisationsmaßnahmen verschont bleiben. Die Neuordnung des
Erhebungsbereichs ist ein Kraftakt, der erst bewältigt werden muss. Glücklicherweise
ist es nach jetzigem Stand gelungen, die Belastung der Ämter im
Zusammenhang mit der Rentenreforrn in
Grenzen zu halten. Die ursprünglichen Pläne des Bundes hätten ein Mehr
von 600 Arbeitskräften nur für NRW mit sich gebracht. Die Länder haben
ein eigenes Modell - das sog. Anbietermodell - entgegengesetzt. Danach führt
die Steuerverwaltung nur noch den Sonderausgabenabzug - weitgehend ITgestützt
- durch. Die
Zulagen gewährt eine Bundesbehörde. Das reduziert den Personalaufwand
auf weniger als 100 Arbeitskräfte. Strittig
ist noch die Einbeziehung des Wohnungseigentums in die Altersvorsorge. Dafür
hat unser Ministerium ein wohl auch mehrheitsfähiges Modell entwickelt,
das keinen noch weitergehenden Personalaufwand bewirkt. In
dieser Sache bin ich sehr hartleibig, weil nicht einzugehen ist, dass sich
die Finanzverwaltung zu einer sozialen Transferstelle entwickelt mit der
Folge, dass ihr immer neue Aufgaben zugewiesen werden. Priorität
hat der weitere Ausbau der Automation. Automationsumstellungen sind oft
sehr aufwendig, sie zahlen sich aber sehr schnell als
Zukunftsinvestitionen aus. Das
Hin und H er um die Leistungsprämie war motivationsschädlich. Ich würde
hier gerne die Aussage machen: Die Prämie wird auch in 2002 gezahlt.
Leider bin ich hierzu, zumindest jetzt, nicht in der Lage. Wir haben
haushaftsmäßig Vorsorge für die Zahlung getroffen (50 Mio.). Ich werde
aber erst zu Mitte des Jahres definitiv entscheiden können, ob die dann
vorliegenden Haushaltsdaten eine Zahlung zulassen. Vielen
Dank an die Vorsteher für Einsatz ihren vor Ort. Ich bitte sehr um
Weitergabe des Danks an alle Mitarbeiter in den Ämtern ...
|